Wahrhaft peinliche Untersuchungsmetoden … so entstehen zügige Geständnisse!

21950 21950_2 21950_3 21950_4 21950_5 21950_6 21950_7Bambergische Peinliche Halßgerichts-Ordnung. (Bamberg, Joh. Wagner), 1580. Mit blattgr. Titelholzschnitt und 21 teilw. blattgr. Textholzschnitten von J. Amman, W. Traut und W. Katzheimer. 4 Bll. (l. w.), 72 numm. Bll., 1 Bl Druckvermerk, 1 w. Bl., 18 Bll. Register. Rot eingefärbter Pergamentband mit Wappensupralibros auf den Deckeln und neuen Schließbändern. 30 x 21 cm.                €5000
VD16 B 266; STC 64; Fairfax Murray 457 Anm. (mit Abb.); Becker, Amman 139; Hollstein II, 25 u. 43; Benzing, Buchdrucker 26 („Die `Peinliche Halsgerichtsordnung` von 1580 war seine hervorragendste Leitung“). – Neue, revidierte Ausgabe der berühmten „Bambergensis“. – Die von dem Bamberger Hofmeister Johann von Schwarzenberg ausgearbeitete und 1507 veröffentlichte Halsgerichtsordnung gilt als bahnbrechend für die deutsche Strafrechtsreform zu Beginn des 16. Jhdts. und als Vorbild für die „Carolina“. Aus den anderen frühen, regionalen Strafgesetzbüchern ragt sie „wegen der geschickten Zusammenfassung des einheimischen Rechts mit den bereits eingedrungenen, fremden römisch-italienischen Rechtselementen“ heraus (Kaspers 132). Angestrebt wird eine größere Rechtssicherheit im Inquisitionsprozess durch geregelte Ermittlungs- und Beweisverfahren, klar definierte Straftatbestände und Strafen, die der Größe der Schuld entsprechen (vgl. Kleinheyer-Schröder S. 238). Das Geständnis wurde als zentrales Beweismittel definiert und dementsprechend die Folter als Mittel zu seiner Förderung beschrieben. – Die Holzschnitte geben ein eindrucksvolles und anschauliches Bild der Strafverfolgung mit ihren einzelnen Elementen wie Verhaftung, Verhör und Folterungen, Urteilsfindung, Hinrichtungen, Kostenbegleichung etc. – Der Titelholzschnitt mit dem Wappen des Bischofs Johann Georg Zobel von Giebelstadt und der blattgr. Holzschnitt mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts rühren von J. Amman her und wurden von L. Mayer geschnitten. Die übrigen Holzschnitte stammen zum großen Teil von den Stöcken der ersten Ausgabe 1507. – Etwas gebräunt, tls. leicht fleckig. Sehr gutes Exemplar!

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