Von sprechenden Automaten!

(Brunner, Heinrich Maximilian): Ausführliche Beschreibung der Sprachmaschinen oder sprechenden Figuren mit unterhaltenden Erzählungen und Geschichten erläutert. Nürnberg, Johann Eberhard Zeh 1798. Mit zwei gefalteten Kupfertafeln, 1 Textholzschnitt und 1 gefalteten Tabelle. 154 S.  Pappband des späten 19. Jhdts. mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung. 19,8 x 12,3 cm.       €8500

Kein Exemplar im JBdA seit 1950; über KVK nur 2 Standorte nachweisbar (BSB München und UB Basel). – Der Verfasser bleibt ein wenig im Dunkel, ich konnte nur einen Hinweis auf bei Will, Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon V, 125 finden: „Ein ehemaliger Kunsthändler in Nürnberg“; Will gibt den Vornamen als „Heinrich Marcus“ an und verzeichnet insgesamt 5 Publikationen. H. M. Brunner, über den ich sonst bibliographisch nichts weiter in Erfahrung bringen konnte, berichtet, selbst Sprachmaschinen angefertigt zu haben, erklärt aber gleichzeitig alle, wohl in der Nachfolge Kempelens entstandenen Sprachmaschinen als Betrügereien. Der Rezensent der NADB 50. Band (1800) S. 483f. schreibt u.a.: “Nicht zu Unrecht ereifert er sich über die Leichtgläubigkeit, mit der man an vielen Orten Deutschlands den herumziehenden Glücksrittern, die durch ihre Sprachmaschinen den Leuten weissagten, Geheimnisse entdeckten u. dergl. zulief und sie bereicherte. Diese Art von Sprachmaschinen erklärt er mit Recht insgesammt für Betrügereyen, und giebt von einigen derselben, die in Deutschland gezeigt worden sind, nähere Nachricht; wenn er es aber überhaupt für unmöglich erklärt eine Sprachmaschine (versteht sich keine weissagende) zu verfertigen: so geht er zu weit, und wird durch die Erfindung des Herrn von Kempelen widerlegt. Diese aber, gerade die vorzüglichste unter allen bisher verfertigten, scheint er gar nicht zu kennen; denn er erwähnt ihrer mit keiner Sylbe.” – Siehe auch ausführlich: Gessinger, Joachim: Auge & Ohr: Studien zur Erforschung der Sprache am Menschen 1700-1850. Berlin, 1944. S. 411ff. – Mit interessantem Mediziner-Exlbris Dr. George Meyer (1860-1923; Mitbegründer der Deutschen Krebsgesellschaft). – Unbeschnitten. – Etwas berieben, oberes Kapital mit kleiner Fehlstelle. Tls. gebräunt bzw. stockfleckig

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(Columna, Guido de): Ein hubsche histori vo(n) der kunigclichen statt troy wie si zerstoerett wart. Straßburg, Johann Knobloch d. Ä., 1510. Mit Holzschnitt-Titel und 113 tls. wiederholten Textholzschnitten. 95 nummerierte Bll., 1 w. Bl. Holzdeckelband im Stil d. Zt. mit Lederrücken. 32,5 x 23 cm.                                                            €8500

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