Lewinsky & Gottheiner

Jüdische Genealogien. –  Haus Chronik der Familie Gottheiner. – Manuskript. Berlin, 1914. Handschriftl. Widmungsblatt und 7 (1 doppelblattgr.) Stammbäüme, jeweils farbig aquarelliert, sowie 9 montierte Orig.-Photographien. Lederband d. Zt. Vorderdeckel mit 4 Eckbeschlägen. 27 x 22 cm.               €5000

Hochinteressante und ungewöhnliche Sammlung von 7 Stammbäumen jüdischer preußischer Familien, die bis in 18. Jahrhundert zurückreichen. Laut dem Widmungsblatt wurde das von dem Berliner „Hof- und Wappenmaler“ Roick angefertigte Album am 24. April 1914 vom „Landrichter in Thorn“ Daniel Cohn (1881-1965; ab 1932 Reichsgerichtsrat, 1938 KZ Sachsenhausen, 1939 Emigration, verstarb in Chicago) zur Trauung dem Ehepaar Sophie Paula Lewinsky (geb. 1892, in Kaunas ermordet) und Georg Gottheiner (Münchner Kaufmann, geb. in Berlin 1880, ermordet in Dachau) überreicht. Enthalten sind nun die Stammbäüme der Familien Lewinsky, Gottheiner, Nathan, Cohn und Bernhard mit ihren Verästelungen. – Die aus Breslau stammende Familie Gottheiner lässt sich bis zum Urgroßvater der Bräutigams zurück verfolgen, ein Hirsch Sonnenfeld mit den erstaunlichen Lebensdaten 1786-1890 und dem Vermerk „Freiheitskrieger“. Die Familie Lewinsky beginnt bei David L. (1825-1893; Kaufmann in Pr. Stargard), die umfangreich erschlossenen Stammbäume Cohn und Bernhard (Mutter der Braut) zeigen als frühesten Eintrag Rabbi Jakob Kutner aus Kutnow und dessen Sohn Bär Kutner (polnisch Kuczynski; 1776-1856). – Die Fotografien mit Einzelportraits des Brautpaars und deren Vorfahren. – Eine Recherche über die Datenbank der Opfer des Holocausts (Yad Vashem) hat gezeigt, das die hier 1914 lebenden jüngeren Familienmitglieder fast vollständig in Konzentrationslagern ermordet wurden. — Bei dem Familiennamen Lewinsky kommt natürlich Monica Lewinsky, die 1995 eine folgenreiche Begegnung mit Bill Clinton hatte, unweigerlich in den Sinn. Tatsächlich ist ihr Großvater Georg(e) Lewinsky Ende der 1920er Jahre aus Berlin nach El Salvador ausgewandert. Allerdings scheint eine wenn überhaupt vorliegende Verwandtschaft eher sehr weitläufig zu sein. – Stärker berieben, Vorderdeckel etwas aufgebogen und an den Gelenken oben und unten angeplatzt, der Deckeltitel tls. abgerieben. Innen von wenigen kleinen Fingerflecken abgesehen sehr sauberes Exemplar.

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Der Juden zue Franckfurth Stättigkheit undt Ordnung, wie die im Rahmen der Kaysserlichen Maytt. geendert und verbessert worden de anno 1616. (Frankfurt), ca. 1753. 28 S., 9 Bll. Ohne Einband. 35 x 22 cm. €1900

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