Autorenarchiv
Das Güldne Vließ, oder das Allerhöchste, Edelste, Kunstreichste Kleinod
(Siebmacher, J. A.): Das Güldne Vließ, oder das Allerhöchste, Edelste, Kunstreichste Kleinod, und der urälteste verborgene Schatz der Weisen, in welchem da ist die Allgemeine Materia Prima … beschrieben … durch einen ungenannten, doch wohlbekannten etc. Ich Sags Nicht. Leipzig, Walther 1736. Mit gest. Frontispiz, 3 Kupfertafeln und 1 typogr. Falttaf. 7 Bl., 196 S., 1 Bl. (Zwischentitel) S. 197-208, 1 Bl. Pappband d. Zt. €780
Ferchl 503; Duveen 550; Ferguson II, 383 f. – Über den Verfasser dieser Anleitung zur Findung des Steins der Weisen ist nur bekannt, daß er in Nürnberg und Augsburg lebte. Die Initialen des Pseudonyms “Ich Sags Nicht” lassen auf “Johann Siebmacher Noribergensis” schließen. Vieles ist in Versen geschrieben. – Bestoßen und beschabt. Vorderer Spiegel und Vorsatz eng von alter Hand beschrieben. Gebräunt. Zwei Lage etwas hervorstehend.
Bestellnummer: 13947 - Aus Liste: Neueingänge Mai 2012
1716 Neue Franckfurter Jüdische Kleider-Ordnung
Schudt, Johann Jakob: Neue Franckfurter Jüdische Kleider-Ordnung/ Deßgleichen Wie es bey ihren Verlöbnüssen/ Hochzeiten/ Beschneidungen/ Gevatterschafften und anderen Vorfällen hinfüro soll gehalten werden; Dem curieusen Leser zur vergnüglichen und erbaulichen Belustigung/ / Aus dem Hebräischen ins Hoch-Teutsche übersetzet/ und mit nöthigen Anmerckungen versehen. Frankfurt, Andreä 1716. Mit gest. Frontispiz. 62 (recte 60) S. Brokatpapier-Umschlag d. Zt. 16 x 10 cm. €2200
Hayn-Got. V, 36; Freimann 222; Bircher, B 13246; Fürst III, 293; Kreutzberger I, 963. – Erste Ausgabe, wurde im Folgejahr im vierten Band der Jüdischen Merwürdigkeiten von Schudt noch einmal abgedruckt (in Quarto). – Rücken alt verstärkt, Block etwas angebrochen. Seiten 15/16 sind in der Pagination übersprungen. Titelblatt wegen Übergröße seitlich eingefaltet. Blätter tls. am Rand stärker wurmspurig.
Bestellnummer: 13890 - Aus Liste: Neueingänge Mai 2012
1771 Abhandlung von den Krankheiten der Zähne
Berdmore, Thomas: Abhandlung von den Krankheiten der Zähne und des Zahnfleisches in welcher die gründliche Weise diesen Gebrechen abzuhelfen angezeigt und durch Fälle und Erfahrungen erläutert wird. Nach der neuesten Ausgabe aus dem Englischen übersetzt. Altenburg, Richter 1771. Mit gest. Titelvign. von Meil. XVI, 207 S. Pappband d. Zt. €850
Blake 42; Poletti 261; vgl. Crowley 210 (dt. Ausg. von 1777); Garrison/M. (5th ed.) 3674 (Orig.-Ausg. von 1768). – Erste deutsche Ausgabe. – “Earliest English dental textbook. Berdmore was the first to mention the use of the microscope for the study of the minute structure of theeth” (G./M.). – Etwas berieben und bestoßen. Vorsätze mit umfangreichen alten Notizen zum Thema, auch verso Titelblatt und auf der der weißen Rückseite des letzten Blattes (jeweils etwas durchschlagend). Titel alt gestempelt.
Bestellnummer: 13824 – Aus Liste: Neueingänge April 2012
1673 Belgische Fortifikationen
Gualdo Priorato, Galeazzo: Teatro Del Belgio o Sia Descritione Delle Diecisette Provincie Del Medesimo. Con le Piante delle citta, e Fortezze Principali; da chial presente postesse; come, in qual modo, & in qual tempo acquistate. Aggiontovi un succinto racconto di quanto e occorso dalla mossa d`armi del Re Christianißimo contro gli Stati Generali delle Provincie Unite sin` al fine del 1672. Frankfurt (d. i. Wien, M. Thurnmayer?), 1673. Mit gest. Titel, gest. Titelvign. von T. Sadeler auf dem typograph. Titel, 13 gest. Portraits und 122 (121 doppelblattgr., 1 gefalt.) Kupfertafeln. 7 Bll., 148 S., 3 Bll. Prgt. d. Zt. Folio. 35 x 24 cm. €3400
Graesse III, 166; VD17 23:323933Z (das einzige Exemplar ohne die Portraits). Erste Ausgabe, so komplett. Die zweite, 1683 erschienene Ausgabe hat noch eine zusätzlich Karte, aber keine Portraits. – Zwei Tafeln zeigen Schlachtfelder, die übrigen Befestigungspläne (tls. mit kleinen Ansichten) von Antwerpen, Brüssel, Louvain, Ghent, Bruges, Ypres, Ostend, Nieuwpoort, Dixmude, Dendermonde, Lille, Douai, Kortrijk, Namur, Mons, Cambrai, Tournai, Oudenaarde, Dunkerque, Arras, Lens, Roermond, Geldria, etc. Der schöne Kupfertitel mit den Wappen der 17 Provinzen. – Der in Vicenza geborene Graf Gualdo Priorato (1606-1678) war Söldner, Diplomat, Geograph und Historiker. – Einband etwas fleckig. Tls. wurmspurig im Falz, bzw. am unteren Rand. Die gefalt. Tafel mit Einriss in der Faltung. Die letzten 12 Tafeln in der oberen Ecken braunfleckig.
Bestellnummer: 13820 – Aus Liste: Neueingänge April 2012
1800 Ungewöhnliche Mathematik
Werneburg, Johann Friedrich Christian: Teliosadik, oder das allein vollkommene unter allen Zahlensystemen und das nach dessen Grundzahl bestimmte allein vollkommene Grad-, Zeit-, Mass-, Gewicht- und Münzsystem angewandt auf das bürgerliche Leben. Erster Theil: Das reine, vollkommene Zahlensystem, oder das reine Taun (Zwölf) Zahlensystem also nach seiner Grundzahl genannt. (Mehr nicht erschienen!). (Leipzig), Verlagshandlung 1800. Mit 4 Kupfertafeln und 1 mehrfach gefalt. Tabelle. 13 Bll. und 295 Bll., jeweils mit einer höchst kryptischen Seitenzählung versehen, 5 Bll. HLdr. d. Zt. €1400
Poggendorff II, 1299. – Der Jenaer Professor Werneburg (1777-1851) stellt hier sein angeblich vollkommenstes Zahlensystem, nämlich das duodezimale mit der Grundzahl 12 vor. Die recht komplizierte neue Sicht auf die Welt der Zahlen konnte sich nicht durchsetzen; um die Seitenzählung vorliegenden Werkes wirklich zu verstehen, sollte der Text erst durchgearbeitet werden, was der Antiquar allerdings nicht leisten konnte und wollte. Die Kupfertafeln werden nach dieser Zählart mit I, IIIa, IIIb und IV nummeriert, das Erscheinungsjahr (1800 in konservativer Zählung) auf 1060 festgesetzt. Eine seitenverkehrt geschriebene “3″ füllt die sonst nicht als solche wahrgenommene Lücke zwischen der 9 und 10, teilweise wird auch noch ein für sich stehendes beta zusätzlich verwendet. Bei den vielfachen Rechenbeispielen kam Werneburg allerdings wohl auch ab und an ins Schleudern, davon zeugen zumindest die über 400 Positionen bei den Errata-Blättern. Das Werk schließt mit einem zweiseitigen, flammenden Appell an die Nachdrucker, ihr gesetzloses Treiben nicht auf das grandiose Werk Werneburgs auszuweiten: “Die nichtige Ausrede, daß nachgedruckte Bücher viel wohlfeiler wären, kann rechtlich nicht Statt finden, denn gestohlene sind auch alle Male wohlfeiler”. Dies mag als Zitat in aktuellen politischen Diskussionen durchaus Verwendung finden. – Mit Exlibris Ernst Hymmen. – Etwas berieben, hinteres Gelenk mit kl. Wurmspur. Ein Rückenschild mit Absplitterung.
Bestellnummer: 13787 – Aus Liste: Neueingänge April 2012

